Wurfstrauß – der praktische Gestaltungsleitfaden
Der kleine Zweitstrauß, den die Braut wirft – warum es ihn gibt, wie er aussehen sollte, Preisklasse und moderne Alternativen (Breakaway-Strauß.
Der Wurfstrauß ist ein kleiner Zweitstrauß zum Wegwerfen, den die Braut am Ende der Feier in die Menge wirft. Es gibt ihn, damit die Braut nicht ihren eigentlichen Strauß werfen muss (den sie behalten möchte) und damit das Ziel des Wurfs ein leichteres, aerodynamischeres Objekt fangen kann.
Die meisten Hochzeiten pflegen das Wurfritual noch immer, auch wenn es eine wachsende Zahl ganz weglässt. Dieser Leitfaden zeigt, wann und warum sich ein Wurfstrauß lohnt, wie er aussehen sollte und welche modernen Alternativen es gibt.
Was ein Wurfstrauß ist
Ein kleiner Strauß (15–20 cm Durchmesser) aus robusten Blumen, gebaut, um in eine Menge geworfen zu werden, ohne beim Aufprall auseinanderzufallen. Typischerweise:
- Kleiner als der Brautstrauß
- Schlichteres Design – oft ein- oder zweisortig
- Mit verborgener Drahtbindung für Haltbarkeit gebaut
- Aus Blumen, die nicht rieseln (Spray-Rosen, Ranunkeln, Wachsblume)
- Manchmal auf die Farbpalette der Braut abgestimmt, manchmal bewusst anders, damit er als eigenständiges Objekt wahrgenommen wird
Warum Bräute einen separaten Strauß werfen
Der Hauptstrauß der Braut ist bedeutungsvoll. Er wird nach der Hochzeit oft aufbewahrt. Ihn in eine Menge zu werfen – wo er auf den Boden fallen, zertreten oder beim Fangen auseinandergerissen werden kann – zerstört das Objekt.
Der Wurfstrauß ist entbehrlich. Er ist für einen einzigen Moment gebaut.
Traditionelle Gründe. Der Blumenstrauß-Wurf geht auf die Vorstellung zurück, dass diejenige, die den Strauß fängt, als Nächste heiraten würde. Historisch warfen Bräute ihren echten Strauß, und die Tradition der „Nächsten zum Heiraten“ war stark genug, dass man darum kämpfte.
Wann ein Wurf sinnvoll ist
Ja zum Wurf, wenn:
- Ein traditionelles Hochzeitsformat von der Familie erwartet wird
- Die kulturelle Tradition es stützt (USA, Großbritannien, die meisten christlichen Traditionen)
- Das Paar sich einen lebhaften Moment auf der Feier wünscht
- Es eine bestimmte befreundete oder verwandte Person gibt, die das Paar als „Nächste“ sehen möchte
Wurf weglassen, wenn:
- Die Gästeliste weniger als 15 alleinstehende Frauen umfasst (leere Tradition)
- Die kulturelle Tradition ihn nicht kennt
- Die Vorgabe eine moderne, minimalistische Hochzeit ist
- Das Paar die Tradition überholt findet
- Eine bestimmte Person sich ausgeschlossen fühlen würde
Der Kompromiss: ein modernisierter Wurf – einen kleinen Blumenschmuck in die gesamte Menge werfen, nicht gezielt an alleinstehende Frauen. Das nimmt der Sache die Andeutung, dass das Alleinsein zum Ziel macht.

Gestaltung des Wurfstraußes
Standardaufbau:
- 5–9 Blumen, meist einsortig
- Drahtgebundene Stiele (nicht nur gebunden)
- Kleine Bandbindung
- 15–20 cm Gesamtdurchmesser
- Gewicht unter 200 Gramm (aerodynamisch)
Blumen, die das Werfen überstehen:
- Spray-Rosen – kleine Köpfe, robuste Blütenblätter
- Wachsblume – widerstandsfähig, trocknet an Ort und Stelle
- Craspedia (Trommelstöckchen) – unverwüstlich
- Alstroemeria – günstig, farbenfroh, haltbar
- Statice – trocknet an Ort und Stelle
- Kleine Nelken – viel geschmäht, aber hier perfekt
Für Wurfsträuße meiden:
- Pfingstrosen – zu zerbrechlich, verlieren Blütenblätter
- Tulpen – wachsen nach dem Schnitt weiter, bis zum Abend die falsche Form
- Große Gartenrosen – zu schwer, zu zerbrechlich
- Duftende Blumen – beim Fangen nah am Gesicht
- Alles mit Pollen (Lilien)

Farbabstimmung
Zwei Ansätze:
Auf den Hauptstrauß abgestimmt. Gleiche Palette, gleiches Gefühl, nur kleiner. Wirkt als einheitliches Bild.
Bewusst anders. Eine ganz andere Farbe (etwa ein leuchtender Farbtupfer gegen einen pastellfarbenen Strauß). Wirkt als bewusst gesetztes Zweitobjekt.
Die meisten Paare wählen die Abstimmung. Beides funktioniert.
Kostenerwartungen
- Einfach selbst gemacht: 8–20 $ an Blumen
- Standard von Ihrer Floristin: 30–60 $
- Individuell auf den Strauß abgestimmt: 50–100 $
- Luxus / Statement: 100–150 $
Für die meisten Hochzeiten ist der Wurfstrauß ein kleiner Posten.

Moderne Alternativen zum traditionellen Wurf
Breakaway-Strauß. Ein Strauß, der so gestaltet ist, dass er beim Werfen in mehrere Mini-Sträuße zerfällt – jede Fängerin bekommt ein Stück.
Strauß-Auktion. Statt eines Wurfs versteigert das Paar den Hauptstrauß an die Gäste, der Erlös geht an einen guten Zweck. Ein moderner Trend.
Wurf an Ringträger oder Blumenkind. Die Braut wirft den Strauß, aber an ein bestimmtes junges Familienmitglied als Geschenk, nicht in eine Menge.
Jahrestag-Tanz stattdessen. Kein Wurf; ein Tanz, bei dem die Paare die Tanzfläche verlassen, während der DJ die Ehejahre aufwärts zählt. Das letzte verbliebene Paar erhält den Strauß.
Ganz weglassen. Moderne minimalistische Hochzeiten lassen den Wurf oft ersatzlos weg. Zunehmend verbreitet.
Zeitliche Planung am Hochzeitstag
- Lieferung: mit der Hauptbestellung der Blumen
- Lagerung: mit dem Hauptstrauß, gekühlt
- Zeremonie: außer Sicht gehalten (Hauptstrauß sichtbar)
- Wurfmoment: späte Feier, meist nach der Eröffnungstanz-Sequenz, 15–30 Minuten vor dem Abschied
- Nach dem Wurf: entsorgt (keine Aufbewahrung)
Was Sie Ihrer Floristin sagen sollten
- Ja zum Wurfstrauß: gewünschter Stil (abgestimmt oder anders), ungefähre Farbe, Größe
- Timing: Wird er für Fotos vor dem Wurf gebraucht (ein Porträtmoment) oder nur für den Wurf selbst
- Soll der Wurfstrauß überhaupt fotografiert werden (manche Paare möchten ihn nicht in der Hochzeitsfotografie sehen)
Kulturelle Anmerkungen
USA und Kanada: Der Wurf ist eine starke Tradition, bei über 90 % der traditionellen Hochzeiten.
Großbritannien: weniger verbreitet.
Kontinentaleuropa: selten – andere traditionelle Tanz- und Abschiedsbräuche.
Lateinamerika: je nach Land unterschiedlich – in Mexiko verbreitet, in anderen Regionen weniger.
Naher Osten, Südasien, Ostasien: kein traditioneller Bestandteil des Hochzeitsformats. Moderne, westlich geprägte Hochzeiten binden ihn manchmal ein.
Weiterführende Lektüre:
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